Blog flash007 de Neckel, annick Scholtus
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Neckel, annick Scholtus
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roulot’ographies_périphéries_personnelles, 2010
Neckel Scholtus setzt einen zur begehbaren Camera Obscura umfunktionierten Wohnwagen für ihre urbanistischen Studien ein. Sie platziert ihre Bildmaschine an unterschiedlichen Orten der Stadt und lässt ein Bild entstehen. Der Abbildungsprozess vollzieht sich mittels Langzeitbelichtung im Innern des Wohnwagens auf grossformatig aufgespannten Tüchern, die Falten schlagen und somit keinen glatten und homogenen Grund bilden. Die Lichtbilder, die so wachsen, werden abfotografiert. Bei diesem eigentümlich immanenten Medientransfer entstehen visuell fixierte Konzentrate von Zeit und Dauer, die die Künstlerin in Analogie setzt zu Prozessen der menschlichen Wahrnehmung. Der spontane Eindruck einer Situation wird erst über das Erleben und die Ansammlung von persönlicher Erfahrung mit Bedeutung aufgeladen, Bilder werden zum individuellen Anteil von Biografie und Persönlichkeit. Den Fotosequenzen eignet eine potenzielle Bewegungshaltigkeit. Die Motive sind von Strukturen durchzogen, die das Leintuch als Bildempfänger hervorbringt. Durch Langzeitbelichtung sind ein Davor, ein Jetzt, und ein Danach in die Bildbestandteile hinein genommen. Atmosphärische Überlagerungen und eine Gegenständlichkeit, die sich in ihren festen Formen auflöst, verleihen den Fotografien etwas gleichermassen Malerisches wie auch unbestimmt Narratives. Das Konkrete wird nicht fassbar wird, es bleibt das Skizzenhafte in seiner flüchtigen Beständigkeit.
Dr. Andreas Bayer
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